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Kann ein Konsumentenboykott die Schließung des Bochumer Nokia-Werks verhindern? |
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Nokia kündigte an, sein deutsches Werk in Bochum u.a. nach Rumänien zu verlagern. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers rief am 16.01.2008 im ZDF-„heute journal“ die Menschen auf, sie sollen sich „ein Stück wehren“.
Er warnte Nokia vor einem Imageschaden und gab zu bedenken, dass eine Werksschließung negative wirtschaftliche Folgen haben wird. Doch kann ein Konsumentenboykott eine Werksschließung verhindern?
Im Frühjahr 2006 ereignete sich ein Fall, der deutliche Parallelen zur geplanten Werksschließung in Bochum aufweist. Der schwedische Konzern Electrolux plante, das in Nürnberg ansässige AEG-Werk nach Polen zu verlagern. Ein Kaufboykott konnte die Werkschließung zwar nicht verhindern, dem Unternehmen aber zumindest einen "Denkzettel" verpassen. Nach Angabe der Boykottorganisatoren erlitt Electrolux im Nürnberger Raum einen deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen. Ein Vertreter der IG Metall gab an, dass der Electrolux-Marktanteil in Deutschland merklich gefallen sei, während andere deutsche Produzenten ihre Absätze steigern konnten. Zwar wurde das Nürnberger Werk trotz Arbeitsstreik und Konsumentenboykott geschlossen. Es konnte aber ein Sozialtarifvertrag mit einem Volumen von mehr als 250 Mio. Euro vereinbart werden. Der Vorstand musste schließlich einräumen, dass der Konzern noch länger unter den Nachwirkungen des Nürnberger Arbeitskampfes zu leiden habe.
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