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Multi-Co-Branding (Pfingsttagung) PDF Drucken E-Mail
Am 1. Juni 2007 präsentierte Herr Dr. Stefan Wünschmann auf der Pfingsttagung des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. in Paderborn die Ergebnisse einer experimentellen Studie, die einen wesentlichen Beitrag zur Co-Branding-Forschung und zur Literatur zum Over-Shadowing-Effekt leistet.

 
Die Wirkung von Co-Branding wurde bereits mehrfach untersucht. Zumeist standen dabei Kooperationen zweier Marken im Vordergrund. In der Praxis arbeiten Hersteller von Markenartikeln jedoch häufig nicht nur mit einer, sondern mit mehreren anderen Marken zusammen. Aussagekräftige Untersuchungen darüber, wie dieses Multi-Co-Branding wirkt, fehlen bislang allerdings. Daher prüfen wir im Rahmen eines umfassenden Forschungsprojektes, ob sich das Urteil potenzieller Käufer über ein Co-Brand und über die Markenpartner verändert, wenn ein zweites Co-Brand mit einem anderen Partner hinzukommt.

Auf Grundlage der Schematheorie und der Theorie assoziativer Netzwerke werden Hypothesen abgeleitet, wie sich Mono-Co-Branding einerseits und Multi-Co-Branding andererseits auf einschlägige Erfolgskriterien auswirken. Neben der Hinwirkung auf das Co-Brand wird auch die Rückwirkung auf das Image der Partnermarken beachtet. Dabei steht dieses Forschungsprojekt in der Tradition lerntheoretischer Experimente, die für sog. Multi-Cue-Situationen (mehrere Schlüsselreize konkurrieren um Aufmerksamkeit) einen Over-Shadowing-Effekt bzw. Blocking-Effekt festgestellt haben: zusätzliche Reize können die positive Wirkung von anderen verringern bzw. sogar gänzlich blockieren.

Im Rahmen eines (ersten) Classroom-Experiments beurteilten 161 Probanden ein Cerealien-Produkt sowie das Image der beteiligten Marken. Während die Marken in der Kontrollgruppe in keinem Zusammenhang standen (Mono-Branding), wurden der ersten Experimentgruppe ein Co-Brand (Mono-Co-Branding) und der zweiten Experimentgruppe zwei Co-Brands (Multi-Co-Branding) vorgelegt.

Zunächst belegt die Studie, dass sich Mono-Co-Branding positiv auf die Erfolgskriterien auswirken kann und auch eine Rückwirkung zu beobachten ist. Kooperiert der Anbieter jedoch zusätzlich mit einer weiteren Marke, sind deutlich weniger positive Effekte zu verzeichnen. Vor allem die Rückwirkung wird weitgehend neutralisiert. Demgegenüber führt das scheinbar neuartig anmutende Multi-Co-Branding dazu, dass die Primärmarke als deutlich moderner wahrgenommen wird.

Die theoretische Grundlage und die Ergebnisse der Studie sind in einem Arbeitspapier des Lehrstuhls für Marketing, TU Dresden dokumentiert.

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