|
| Global Government | (Fiktive) Weltregierung, die angesichts einer als ungezügelt und bedrohlich empfundenen Globalisierung der Märkte vielfach als Ordnungsmacht gefordert wird. Realitätsgerechter als diese Utopie aber ist das Konzept der global governance. |
 | |
| Global Localisation | Weltweit orientierte Standortpolitik, deren wichtigste Zielsetzung darin besteht, ein internationales Geflecht von Produktionsstätten zu schaffen, dessen Flexibilität der Dynamik relativer Kostenvor- und Kostennachteile der einzelnen Standorte Rechnung trägt. Ein solcher Produktionsverbund ist eine entscheidende Voraussetzung für Global Sourcing. |
 | |
| Global Manager | Idealtypisches Konzept einer Führungskraft, die aufgrund besonderer Eigenschaften und Erfahrungen weltweit in sämtlichen Märkten bzw. Kulturen erfolgreich tätig ist bzw. das Potenzial dazu besitzt. |
 | |
| Global Player | Unternehmen wie Coca Cola, Nestlé oder Siemens, die den Weltmarkt als ihren Markt betrachten und einen bedeutenden Teil ihrer Unternehmenswerte global erwirtschaften (internationale Wertkette). Häufig dient auch der Anteil des Auslandsvermögens als Indikator dafür, wie stark ein Unternehmen in den Weltmarkt integriert ist. |
 | |
| Global Programme against Money Launderin | In Wien ansässige und weltweit tätige Aktion gegen Geldwäsche und illegalen Kapitaltransfer. |
 | |
| Global Ressourcing | Globale, strategisch ausgerichtete Beschaffung von Kapital- und Personalressourcen. Während aufgrund der Liberalisierung der Kapitalmärkte dieser Bereich vielfach schon tendenziell global ausgerichtet ist, wird Human Ressource Management (HRM) im Regelfall allenfalls international betrieben. |
 | |
| Global Sourcing | Strategische und weltweite Ausrichtung des Beschaffungsmanagements mit dem Ziel der Erlangung von Kosten- und/oder Qualitätsvorteilen und damit von Vorteilen im internationalen Wettbewerb. In dem Maße, wie der traditionelle Einkauf in Reichweite (international bzw. global) und Ausrichtung (strategischer Fokus) erweitert wird, entwickelt sich diese Unternehmensfunktion zum Global Sourcing. |
 | |
| Global Village | Vorstellung, dass aufgrund der Liberalisierung vieler Märkte und der informationstechnologisch bedingten Entwicklungssprünge (Informationsverarbeitungs- und -transferkapazität) bei drastisch verringerten Kosten viele der bislang bestehenden natürlichen Barrieren (z.B. Zeit und Entfernung) ihre Bedeutung verlieren. In der Folge würde sich die vielgestaltige, unüberschaubare Welt in einen für alle transparenten Marktplatz verwandeln. |
 | |
| Globale Branche | Unterliegt einem globalen Wettbewerb. In der Automobil-, der Halbleiter- oder der Uhrenindustrie etwa können Unternehmen in Zeiten der Globalisierung nur noch überleben, wenn es ihnen gelingt, ihre Unternehmensfunktionen weltweit zu integrieren. |
 | |
| Globales Produkt | Ist kulturfrei (culture free) und kann prinzipiell weltweit standardisiert vermarktet werden. Wie allerdings F.A. Maljers 1994 anlässlich des dritten Berlin Top Management Forum darlegte, sind globale Produkte eher die Ausnahme, da es den globalen Verbraucher nicht gibt. |
 | |
| Globales Unternehmen | Hat in den achtziger Jahren als Begriff den des Weltunternehmens verdrängt. Um in dem weltweit sich zunehmend verschärfenden Wettbewerb relevante Marktanteile erringen zu können, wird der gesamte Wertschöpfungsprozess reorganisiert und mit Hilfe von Global Marketing, Global Sourcing etc. optimiert. Ausgangspunkt dieser Entwicklung ist die Erkenntnis, dass der globale Wettbewerb dazu zwingt, 'economies of scale' systematisch auszuschöpfen. |
 | |
| Globalisierung | Zunehmende Verflechtung der Weltwirtschaft und effizienzorientierte Restrukturierung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Offensichtliches Indiz dieses Phänomens ist der Umstand, dass die Volumina des weltweiten Außenhandels und der Direktinvestitionen schneller wachsen als die Wirtschaftsleistung insgesamt. |
 | |
| Globalität | Wurde im Verlauf der weltweiten Diskussion über die Voraussetzungen und Implikationen des Global Marketing höchst unterschiedlich definiert; bspw. als globale Organisationsstruktur (Stopford & Wells), globale Rationalisierung (Bartlett) oder als globale Strategie-, Struktur-, Kontroll-, Entscheidungs- und Konfliktlösungsprozesse (Welge). Unstrittig indessen ist, dass sich die verschiedenen Wirtschaftszweige, Unternehmen bzw. Geschäftsfelder im Grad ihrer Globalität nachhaltig voneinander unterscheiden. |
 | |
| Globalpreneur | Variante des Konstrukts der interkulturellen Kompetenz. Ausgangspunkt von M. Hilbs Überlegungen ist die (unbewiesene) These, dass angesichts der mit der Globalisierung einhergehenden Intensivierung des internationalen Wettbewerbs nur solche Unternehmen dauerhaft überleben werden, die ihren Konkurrenten an Lernfähigkeit und Innovationskraft signifikant überlegen sind. |
 | |
| Graduate Management Admission Test | Zulassungsvoraussetzung bei den meisten MBA-Schulen. Der GMAT misst verbale Fähigkeiten und mathematisch-logisches Denkvermögen. |
 | |
| Graduelle Internationalisierung | 'Grundkonzept der so genannten Uppsala-Schule, das von folgender Annahme ausgeht: Je unterschiedlicher Inlandsmarkt und ein zu erschließender Auslandsmarkt sind, desto weniger Kenntnisse besitzen Manager (individuell) und/oder Unternehmen (institutionell) über diesen Markt, um so fremdartiger erscheint ihnen dieser und um so größer ist ihre psychische Distanz. Im Zuge der Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit werden deshalb zunächst psychisch nahe Auslandsmärkte erschlossen. |
 | |
| Grauer Markt | Ist vom weißen Markt und vom schwarzen Markt abzugrenzen. Ein grauer Markt entsteht dann, wenn identische oder ähnliche Produkte in verschiedenen Ländern zu derart unterschiedlichen Preisen angeboten werden, dass Händler oder Konsumenten einen Anreiz haben, Arbitrage-Handel zu betreiben (d.h. diesen Preisunterschied zu ihrem Vorteil auszunutzen). |
 | |
| Greenfield-Investition | Wichtige Erscheinungsform einer Direktinvestition. Dabei handelt es sich um die Neugründung, d.h. den eigenständigen Aufbau eines Tochterunternehmens in einem Auslandsmarkt. Die Alternative besteht im Kauf eines bereits bestehenden Unternehmens oder der Fusion mit einem bestehenden Unternehmen. |
 | |
| Grubel-Lloyd-Indikator | Misst die Intensität des intraindustriellen Handels. Der Indikator variiert zwischen 0 (= überhaupt kein intraindustrieller Handel) und 100 (= es wird ausschließlich intraindustriell gehandelt). |
 | |
| Grundfreiheiten | Die vier Grundfreiheiten freier Warenverkehr (Art. 23ff. EGV), Freizügigkeit der Arbeitnehmer (Art. 39ff. EGV), freier Dienstleistungsverkehr (Art. 49ff. EGV) sowie freier Kapital- und Zahlungsverkehr sind zusammen mit den Wettbewerbsregeln maßgeblich für die Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes. |
 | |
| Gruppenfreistellungsverordnung | Ermöglicht die zeitlich befristete Freistellung vom Kartellverbot (§ 85, I EGV) durch die Europäische Kommission. |
 | |
| Guanxi | Wird vielfach als Beziehung übersetzt. Dieses Begriffsverständnis erfasst aber nur einen Teil der tatsächlichen Bedeutung. Angemessener dürfte sein, 'guanxi' als die aus Kontakten (= Bekanntsein mit anderen Menschen), Verbindungen (= Netzwerk vielfältiger Kontakte) und Beziehungen (= Fähigkeit, Personen oder Ereignisse zu beeinflussen) erwachsene Kompetenz der systematischen und langfristigen Einflussnahme zu definieren. |
 | |
| Guided Capitalism | Ostasiatische Art der Industriepolitik. Anfänglich wurde sie als paternalistisch bezeichnet und durchaus bewundert, später aber Patronage gescholten und kritisiert. Gleichwohl trug dieser Führungsstil ganz wesentlich zur Industrialisierung Südostasiens bei. |
 | |
| Gut, handelbares | Wird international gehandelt. Von nicht-handelbaren Gütern spricht man, wenn diese in dem Land hergestellt bzw. erzeugt werden, in dem sie auch nachgefragt werden. Während somit die so genannten tradeables dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, zielen die nontradeables nur auf eine regionale oder lokale Nachfrage. |
 | |
| Gut, strategisches | Machtpolitisch „sensibles Gut“ (z.B. PC), das in Zeiten des Kalten Krieges nicht exportiert werden durfte. |
 | |