|
| Offenheit, volkswirtschaftliche | Grad der Verflechtung einer Volkswirtschaft mit dem Ausland. Diese Maßzahl ergibt sich, indem man die Summe der Exporte und Importe eines Landes in Bezug zum Bruttosozialprodukt setzt. Generell gilt, dass sich der Offenheitsgrad umgekehrt proportional zur Größe eines (Industrie-)Landes verhält. Auf Unternehmensebene bezeichnet man die entsprechende Maßzahl als Internationalisierungsgrad bzw. Internationalisierungsniveau. |
 | |
| Official Language Act | 1969 verabschiedetes Gesetz, welches sowohl dem Englischen als auch dem Französischen den Status einer „offiziellen Sprache Kanadas“ verlieh. Es garantiert beiden Sprachen in allen Institutionen des Landes gleiche Rechte, gleichen Status und gleiche Privilegien. |
 | |
| Offset-Vertrag | Erscheinungsform des Kompensationsgeschäfts im Besonderen und der „Local Content-Politik“ im Allgemeinen. Demzufolge sind (ausländische) Unternehmen, die sich an der Ausschreibung von (Groß-)Projekten beteiligen, verpflichtet, Unteraufträge von einem bestimmten Volumen an inländische (Sub-)Unternehmer zu vergeben (direktes Offset-Geschäft). |
 | |
| Offshore-Finanzmärkte | U.a. mittelamerikanische Finanzmärkte (Panama, Bahama-Inseln), auf denen internationale Finanztransaktionen weitgehend unkontrolliert und frei von gesetzlichen Auflagen getätigt werden. |
 | |
| Öko-Kolonialismus | Befürchtung bzw. Behauptung von Vertretern der Dritten Welt, dass die Industrieländer Umweltstandards nicht primär deshalb durchsetzen wollen, um die Umwelt zu schützen, sondern ihre Industrien (d.h. als nicht-tarifäre Handelshemmnisse). Letztlich handele es sich dabei um eine verkappte Erscheinungsform des Kolonialismus bzw. Protektionismus. Deshalb wird bisweilen auch von Öko-Protektionismus gesprochen. |
 | |
| ÖkoMarketing | '- Gezielte Integration ökologischer Zielsetzungen und Methoden in die gesamte Unternehmensführung (im Sinne des Nachhaltigkeitsansatzes werden bspw. integrierte Wasser- und sonstige Kreisläufe geschaffen (Umweltschutz, globaler).
- Marketing für ökologische Anliegen (bspw. Stärkung des Umweltbewusstseins).
 |
 | |
| Optimaler Währungsraum | Ermöglicht es, gleichzeitig inneres Gleichgewicht (Stabilität des Preisniveaus, Vollbeschäftigung) und externes Gleichgewicht (ausgeglichene Zahlungsbilanz) zu erreichen. |
 | |
| Optimalzoll | Argument, wonach ein großes Land, das über hinreichende Marktmacht verfügt, seine 'terms of trade' durch handelspolitische Maßnahmen beeinflussen kann. Indem es auf ein Importgut Zoll erhebt, schwindet demzufolge die Nachfrage nach diesem Gut, weshalb dieses sich im weiteren Verlauf verbilligt. Dies wiederum bewirkt, dass das Land pro Einheit des einheimischen Guts mehr ausländische Güter tauschen kann und sich so seine 'terms of trade' verbessern. Da aber auch die anderen Länder ihrerseits eine Optimalzollpolitik verfolgen können, droht ein Nash-Gleichgewicht der Protektion, das der Freihandelsbedingung unterlegen ist. |
 | |
| Organization for Economic Cooperation an | Seit 1961 als OECD Nachfolgeorganisation der OEEC. Mit Beendigung des Marshall-Plans etablierten sich die 20 Gründungsmitglieder der OEEC (USA, Kanada und 18 europäische Industrieländer) als Interessenvertreter der wirtschaftlich hochentwickelten Staaten. |
 | |
| Organization for European Economic Coope | 1948 von den Teilnehmerstaaten des Marschall-Planes als Nachfolgerin des Committee for European Economic Cooperation (CEEC) gegründet, wurde die OEEC 1961 in die Organization for European Economic Cooperation and Development (OECD) überführt. |
 | |
| Ost- und Mitteleuropa Verein e.V. | 1991 gegründet, hat sich dieser Verein zum Ziel gesetzt, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland sowie den mittel- und osteuropäischen Ländern zu fördern. |
 | |
| Outpacing-Strategie | Wettbewerbsstrategie, die darauf zielt, Kosten- und Qualitätsvorteile gleichzeitig zu erzielen. |
 | |
| Outsourcing | Gezielte Auslagerung von Leistungsbestandteilen, um Fertigtiefe und Koordinationsaufwand zu reduzieren, den im Unternehmen verbleibenden Leistungsprozess auf die eigenen Kernkompetenzen zu konzentrieren und dadurch Wettbewerbsvorteile aufgrund einer rationellen Betriebsführung zu erzielen. |
 | |
| Para-verbale Kommunikation | „Neben“ der verbalen Kommunikation eingesetzte, diese teils begleitende, teils ergänzende kommunikative Signale (entsprechend der Wortbedeutung des Präfix 'para'). Im Bereich der schriftlichen visuellen Kommunikation zählen hierzu: Typographie, Interpunktion, Schreibweise oder die Anordnung von Bildelementen. Lautstärke, Stimmlage und Tonhöhe sowie Sprechrhythmus, Pausen oder Sprechgeschwindigkeit sind demgegenüber para-verbale Signale der mündlich-akustischen Kommunikation. |
 | |
| Paradigmenwechsel | Übergang von dem zu einer bestimmten Zeit etablierten Denksystem zu einer anderen „Art und Weise, die Welt zu betrachten und zu erklären“. Voraussetzung dafür ist, dass das neue Paradigma neuen Erfahrungen und wissenschaftlichen Entdeckungen besser Rechnung trägt als das alte Paradigma. |
 | |
| Parallel-Gesellschaften | Entstehen, wenn Zuwanderer nicht danach streben, sich in die bestehende Gesellschaft einzugliedern. |
 | |
| Parallelgeschäft | Variante des Kompensationsgeschäfts, deren Besonderheit darin besteht, dass formal getrennte Waren-Devisengeschäfte gleichzeitig abgeschlossen werden. Obwohl es bei keinem der Beteiligten zu einem Nettozufluss an Nominalgütern kommt, sind Parallelgeschäfte, anders als Bartergeschäfte, von Externen nicht als Kompensationsgeschäft zu erkennen. Deshalb ist es möglich, für sie als scheinbar normales Waren-Devisengeschäft eine Exportkreditversicherung abzuschließen. |
 | |
| Parallelimport | Unterlaufen von (Allein-)Vertriebsverträgen durch den vom Hersteller nicht autorisierten Import von Gütern. |
 | |
| Pariser Vertrag | Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Als erster der Europäischen Verträge wurde der Pariser Vertrag 1951 in Paris geschlossen. |
 | |
| Patent | Schutzrecht für eine (neue) Erfindung, die gewerblich verwertbar ist. Voraussetzung für die Erteilung eines Patents sind u.a. ein technischer Charakter der Erfindung, Ausführbarkeit, Wiederholbarkeit, Nützlichkeit und Vorliegen einer erfinderischen Tätigkeit. |
 | |
| Patent, internationales | Wird bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) angemeldet. Derzeit gehören 91 Vertragsstaaten dem Patent Cooperation Treaty (PCT) an. |
 | |
| Paternalismus | Im positiven Sinn eine väterliche, fürsorgliche Grundeinstellung, im negativen Wortsinn bevormundend. |
 | |
| Patriot | Ein Bürger, der sein gesamtes Denken und Handeln dem Wohl seines Landes widmet (frz. patriote = Vaterlandsfreund). Diese Form des demokratischen Patriotismus steht im Gegensatz zur mehr oder minder erzwungenen Loyalität gegenüber dem Potentaten. Patriotismus, als eine primär konstruktive Form der (begeisterten) Vaterlandsliebe, degenerierte im Verbund mit dem Nationalismus zum blinden „wright or wrong: my country“. |
 | |
| Patronatserklärung | Besagt, dass die Muttergesellschaft (= Patron) davon billigend Kenntnis genommen hat, dass eine Tochtergesellschaft eine Verbindlichkeit eingegangen ist (z.B. Kreditaufnahme). Es handelt sich dabei insofern um eine atypische Sicherheit, als die Patronatserklärung, anders als bspw. die Bürgschaft, keine Zahlungsverpflichtung. |
 | |
| PDI | Abkürzung für 'power distance index'. Der Index der Akzeptanz von Machtdistanz repräsentiert eine der vier (bzw. fünf) Dimensionen der Hofstede-Kulturstudie. |
 | |